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28. Januar 2019 08:34

Todesfalle Mittelmeer: Seenotretterin Sandra Hammamy berichtet an der BBS Westerburg von ihren Erfahrungen

Statistischen Daten zufolge sind derzeit 65,3 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Nur ein...

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12. Dezember 2018 10:25

EWM Unterstützt Berufliche Bildung im Westerwald

Wir freuen uns über die großzügige Spende unseres Bildungspartners EWM AG in Form einer Picomig 180...

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28. Januar 2019

Todesfalle Mittelmeer: Seenotretterin Sandra Hammamy berichtet an der BBS Westerburg von ihren Erfahrungen

Statistischen Daten zufolge sind derzeit 65,3 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Nur ein Bruchteil derer, die vor Flucht, Krieg, Unterdrückung, Armut und Vertreibung aus anderen Ländern fliehen, gelangt nach Europa. Der Weg dorthin ist nicht nur teuer, sondern auch anstrengend und gefährlich. Für zu viele Geflüchtete, die von Libyen in überfüllten und nicht mo-torisierten Schlauchbooten starten, wird der Weg nach Europa zur Todesfalle. 

Am vergangenen Freitagmorgen lud das Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage Team der Berufsbildenden Schule Westerburg Frau Sandra Hammamy von Seawatch ein. In der gut gefüllten Aula berichtete Sandra Hammamy nach den einleitenden Worten von Janik Böge und Anna Will von ihrem ehrenamtlichen Engagement für den im Jahre 2015 gegründeten Verein Seawatch. Die ausgebildete Rettungsschwimmerin und studierte Politologin, die an der Univer-sität Gießen lehrt, sprach von der Aufgabe, die sie mit einigen Mitstreitern bis an ihre körperli-chen und emotionalen Grenzen bringt: Dass Wochen und Monate auf rauer See und in ständiger Rufbereitschaft mit bis zu fünfzig Rettungseinsätzen unter auch politisch widrigen Bedingungen – Hammamy verwies hier etwa auf Überfälle durch lybische Milizen, türkische Regierungstrup-pen im Ägäischen Meer oder die Haltung des rechtspopulistischen italienischen Innenministers Salvini – anstrengend sein können, war für die Zuhörenden leicht vorstellbar. Was es aber emotional bedeuten mag, Leichen auf dem Meer treiben zu sehen und diese mit Schwimmwesten markieren zu müssen, damit diese von anderen Schiffen geborgen werden, war und blieb den Zuhörenden unvorstellbar – aller schockierender Bilder zum Trotz. Während Hammamy von den immer schwieriger werdenden politischen Rahmenbedingungen ziviler Seenotrettung, den Erfolgen und den weniger erfreulichen Seiten der Seenotrettung erzählte, konnte man eine Stecknadel fallen hören, so leise waren die Zuhörenden angesichts der Unzähligen, die die lange und für viele tödliche Reise aus Hunger, Krieg und Verfolgung auf sich nahmen. Doch mit die-sem ernüchternden Fazit wollte es die so eindrücklich schildernde Referentin die anwesenden Jugendlichen nicht alleine lassen. Nicht jeder, so Hammamy, könne sich den Hilfsmissionen anschließen. Allerdings müsse sich jeder bewusst sein, dass Solidarität und Menschlichkeit auch alltäglich vor Ort gelebt werden müssten, etwa wenn Rechtspopulisten „Flüchtlingswillen“ herbeifantasieren. Nicht Migration sei die Wurzel allen Übels, sondern die Gründe, die Menschen zwingen, ihr und das Leben ihrer Kinder zu riskieren, um Krieg,  Hunger und Vertrei-bung zu entkommen. 

Diese einmalige Erfahrung konnten die Schülerinnen und Schüler dank des Engagements von Sandra Hammamy, Sea-Watch e.V. sowie der großzügigen finanziellen Unterstützung des Bil-dungsministeriums machen. Hierfür bedankt sich das Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage Team der BBS Westerburg ganz herzlich. Wenn auch Sie das gemeinnützige Projekt mit Ihrer Spende unterstützen wollen, finden Sie alle nötigen Informationen im Netz unter: https://sea-watch.org/








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