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17. September 2018 16:49

Westerwald Holztage

Vom  28. bis 30. September finden in Herschbach/Oww die Westerwald Holztage statt. Für unsere...

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22. August 2018 09:43

BBS - AZUBIFORUM 2018 MACH DAS BESTE AUS DIR!

Zum Beginn des neuen Schuljahres hatte die Schulleitung der BBS Westerburg einmal einen etwas...

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22. August 2018

BBS - AZUBIFORUM 2018 MACH DAS BESTE AUS DIR!


Zum Beginn des neuen Schuljahres hatte die Schulleitung der BBS Westerburg einmal einen etwas anderen „Lehrer“ zur Einstimmung der neuen Kaufmännischen Azubis ins Berufsleben engagiert: Den Westerwälder BusinessCoach Vinzenz Baldus, der sein AZUBI-FORUM unter der Überschrift „Mach das Beste aus Dir!“ im unterhaltsamen Dialog mit den rund 120 Auszubildenden in der Aula der Schule gestaltete. 
Vinzenz Baldus begleitet seit Jahrzehnten namhafte Unternehmen in der gesamten D-A-CH-Region als Coach und Trainer in schwierigen Veränderungsprozessen und ist zudem Lehrbeauftragter für Service-Exzellenz an der Technischen Hochschule in Gießen. Der erfahrene Wirtschaftsfachmann ging mit seinem Bild „Die Welle Deiner Entscheidung“ auf die gegenwärtigen und zukünftigen  wirtschafts-, bildungs- und gesellschaftspolitischen Themen ein – in  sehr direkter Art und Weise, manchmal politisch nicht ganz so korrekt, wie es Politiker und Lehrer tun müssen, sondern mit sehr bildhafter, unverblümter Rhetorik. 
Baldus bemängelte, dass es eine latente Wirtschaftsfeindlichkeit in Deutschland gebe – und das gerade in einem Land, das ganz an der Spitze der Wirtschaftsentwicklung und der Sozialstandards liege. Er wies an der Untersuchung des indischen Nobelpreisträgers und Ökonomen Amartya Sen nach, dass die Globalisierung die Länder der ehemaligen „Dritte Welt“ wirtschaftlich deutlich weiterentwickelt hat und Deutschland selbst sehr viel reicher. Den Forschungsergebnissen des indischen Nobelpreisträgers  nach gebe es keinesfalls eine Steigerung der weltweiten Kluft zwischen Arm und Reich, sie werde im Gegenteil deutlich kleiner. 1970 habe es noch über 2 Mrd. Menschen in wirklicher Armut gegeben, d.h. Menschen, die morgens nicht wissen, ob sie abends etwas gegessen haben werden. 2016 seien dies nur noch 700 Mio. – immer noch zu viele, jedoch zwei  Drittel weniger als drei Jahrzehnte zuvor. In der satten Bundesrepublik liege die definierte Armutsgrenze für ein Paar mit zwei Kindern bei 1.950,- € - sprich bei 60% des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens. Niemand frage danach, ob man davon leben könne oder nicht. Würde das durchschnittliche Haushaltsnetto auf 5.000,- € steigen, dann läge die Armutsgrenze in unserem reichen Land bei 3.000,- € – also bei 60% des Haushaltsnettos.
Baldus ging ebenfalls auf die „Durchschnittsfalle des Deutschen  Bildungssystems“ ein, das defizit-orientiert sei – und zu einem riesigen Nachhilfe-Markt geführt habe - anstatt die Talente, die Begabungen zu stärken, würden die Schwächen gestärkt, was in wenigen Jahren schon zu einem gefährlichen Gefälle im weltweiten Wettbewerb um die Talente führen werde. 
Schwerpunkt seines Programmes war die Entwickung der eigenen Persönlichkeit im Beruf. Dabei ging er auch auf die „Sekundär-Merkmale“ ein wie Disziplin, Fleiss, Pünktlichkeit, Genauigkeit, Sauberkeit, die keinesfalls Werte von gestern seien, sondern von morgen. Vinzenz Baldus provozierte mit seiner Feststellung, dass viel zu viele „Beschäftigte“ in unserem Land (laut GALLUP-Studie fast 70%) ihr Unternehmen als eine Art Erwachsenen-Tagestätte mit ergotherapeutischer Betreuung ansähen, die Dienst nach Vorschrift leisten und sich von den wirklichen Mit-Arbeiterinnen und Mit-Arbeitern im Unternehmen mitziehen ließen. Er machte die verschiedenen Charaktere mit seinem „Beschäftigten-Kabarett“ mit Tier-Handspielpuppen deutlich, dem „Armen Schwein“, dem „Agressiven Krokodil“, der „Hochnäsigen Spitzmaus“ und dem „Gleichgültigen Nilpferd“. 
Für die Mit-Arbeiter dagegen gelte das Vorbild „Engagierter Delphin“, der mit seinen vielen positiven Eigenschaften und seiner besonders aufmerksamen Art der Kommunikation Kunden und Kollegen für sich gewinne. 
Was Vinzenz Baldus ganz besonders wichtig war, gegen die weitverbreitete Mär anzugehen, dass man nur noch dann etwas aus seinem Leben machen könne, wenn der Vater Akademiker oder reich, am besten beides sei. Baldus belegte an zwei Beispielen ehemaliger Schüler der BBS Westerburg, dass jeder seinen  Weg mit Eigenmotivation und Eigenverantwortung machen könne. Dr. Klaus Wörsdörfer, Sohn eines einfachen STOV-Angestellten aus Rotenhain, ohne Hauptschulabschluss zur BBS gekommen – um dann nach Berufsgrundschuljahr und anschließendem Abitur am Wirtschaftsgymnasium Elektrotechnik zu studieren, zu promovieren und Karriere zu machen. Und Prof. Dr. Matthias Heidrich, Sohn eines Schlossers aus Stockum-Püschen, der von der BBS aus seine Karriere begonnen habe, nach seiner Promotion als Atomphysiker bei CERN in Genf arbeitete und heute Beauftragter der Schweizer Bundesregierung für die Fortbildung der Oberstufenlehrer an Gymnasien in Mathematik und Physik sei. Dr. Tom Enders, Vorstandsvorsitzender der Airbus AG, ist der Sohn eines Schäfers aus NNeuschlade bei Altenkirchen. Er habe seine Karriere dank seiner Eigen-Motivation und seines Fleißes gemacht!
„Lasst Dir von Niemandem Deine Grenzen setzen. Vertrau nicht auf die Vollkasko-Lebenshilfe von Vater Staat – vertrau auf Deine eigene Leistungskraft, auf Deine Talente! Folge nicht Deiner Pension, sondern Deiner Passion! Und dann mach das Beste aus Dir!“ Mit diesem Appell und einem hoch emotionalen Delphin-Film endete dieser denkwürdige Azubi-Start 2018. 








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